Urlaub & Reise | Reiserecht Insolvenz Reiseveranstalter

Reisebüro Kundenmagazin | Der Reisepreis ist bezahlt und der Reiseveranstalter oder das Reisebüro stellt einen Insolvenzantrag. Das ist auch heute noch die unangenehme Wahrheit für viele Reisewillige. Im Falle eines Insolvenzverfahrens des Reiseveranstalters verliert der Reisende in der Regel alle Ansprüche auf Erfüllung der Reiseleistungen, und das obwohl er den vollen Preis bereits gezahlt hat. Der Gesetzgeber hat durch geeignete Maßnahmen versucht, die Folgen für den Reisenden abzumildern. Dennoch gelten die folgenden Schutzvorschriften nur im Reiserecht, also für den Pauschalreisevertrag, einen Vertrag, in dem mehrere Reiseleistungen (z.B. Hotel, Sprachkurs, Flug, Busfahrt, Konzertteilnahme) als Paket gebucht wurden.

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Sicherungsschein
Der Reiseveranstalter darf den Reisepreis nur dann in voller Höhe kassieren, wenn er zuvor an den Reisenden einen Sicherungsschein ausgegeben hat. Ausnahmen gelten nur bei Gelegenheitsveranstaltern (z.B. Kegelklub, der alljährlich eine Vereinsfahrt organisiert) und Veranstaltern der öffentlichen Hand.

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Der Sicherungsschein wird meist durch eine Versicherung oder ein Kreditinstitut ausgestellt. Hat der Reisende diesen Schein erhalten, so bekommt er im Falle der Insolvenz des Reiseveranstalters vom Versicherer den gezahlten Reisepreis erstattet, wenn und soweit die Reiseleistungen wegen der Insolvenz ausfallen und notwendige Aufwendungen ersatttet, damit der Reisende die Rückreise antreten kann.

Sicherungsscheinpflichtig sind nach neuester Rechtsprechung aber auch: Reisebüros, die einzelne Leistungen für einen Kunden zu einer Komplettreise zusammengestellt haben und Hotels, die neben der Übernachtung auch ein umfangreiches Kultur und Wellnessangebot zu einem Komplettpreis anbieten.

Hat der Reiseveranstalter den Reisepreis entgegen genommen, ohne einen Sicherungsschein ausgegeben zu haben, so begeht er eine Ordnungswidrigkeit, die den Reisenden zur Kündigung des Vertrages berechtigt. Außerdem riskiert er ein Ordnungsgeld von bis zu 5.000 €. Weitergehende Rechte hat der Reisende zwar, wird sie aber im Insolvenzverfahren mit nur geringem Erfolg geltend machen können. Deshalb empfiehlt es sich vor Zahlung des Reisepreises, den Sicherungsschein zu prüfen und bei Zweifeln direkt beim Sicherungsgeber nachzufragen.

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